English lifestyle

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JJ the conqueror

Sonntag, 21. September 2014

stürmischer Empfang am ersten Schultag

Der erste Schultag sollte um 9 Uhr beginnen - eine durchaus angenehme Zeit. Nicht sonderlich angenehm war aber mein Wecker um 6 Uhr. Ich wurde nämlich von einem lauten Donnergrollen aus dem Bett geholt. Normalerweise holt mich nichts so schnell aus dem Bett - wenn ich einmal schlafe, dann schlafe ich. Hier war es aber anders, um es zu verdeutlichen, ein Video von einem Blogger, der in Brighton lebt:
Wer sich jetzt das Video angeschaut hat, hat gemerkt, dass Gewitter in Brighton nicht gerade an der Tagesordnung stehen. Auch verzog sich das Gewitter in keinster Weise, sondern blieb beharrlich über Brighton "stehen". Eigentlich mag ich Gewitter und ein Angsthase bin ich auch nicht gerade - aber dank den zero isolierten Fenstern, klang jedes Donnergrollen, als würde es gerade neben meinem Kopf einschlagen, was wiederum hiess, keine Minute zusätzlichen Schlaf.
Genervt mache ich mich auf den Weg in die Küche, um dort mein üppiges Frühstück einzunehmen (Achtung Sarkasmus). Ich hatte aber noch keinen Schritt in die Küche getan, als ich auch schön hörte, wie die Gastmutter hastig die Treppe runterstürzte - sie hatte solche Panik, mich für zwei Minuten allein in der Küche zu lassen - zudem hatten sie mir nicht am Abend zuvor alles schon erklärt - nein, ich könne ja beim Aufdrehen des Wasserhahns die Küche in Brand stecken oder vielleicht sogar die Frechheit besitzen, etwas von dem Orangensaft aus dem zweiten, nur für die Gasteltern bestimmten Kühlschrank, zu stibitzen.

Die Gastmutter war dann aber so nett und bereitete mir einen Kaffee vor - und wer schon einmal in England war weiss, wie schlecht die englischen Kaffees schmecken... Kurz darauf kam meine Gastschwester und wir assen zusammen Frühstück. Um 8.15 Uhr machten wir uns auf den Weg in die Schule, das Problem: "it was raining cats and dogs". Glücklicherweise hatte ich meinen Schirm dabei, der allerdings nicht wirklich nützlich war, da es zudem noch ziemlich fest windete. Zudem mussten wir uns zusammen unter den Schirm quetschen, da meine Gastschwester ihren vergessen hatte. Als sie die Gastmutter fragte, ob sie ihr einen Schirm leihen könne, sagte diese nur "no, we have only one". Kann ja sein, aber sie sind zwei Personen und haben tatsächlich nur EINEN Schirm?...

Wie bereits bekannt, wurden wir von den Gasteltern über die Busverbindungen nicht gerade hervorragend aufgeklärt und so war es auch nicht ganz einfach, den Weg in das Zentrum zu finden. Meine Schule befand sich direkt beim Bahnhof, allerdings fuhr kein Bus von der Bushaltestelle direkt zum Bahnhof. Ich musste von der nächsten Haltestelle gut 15 Minuten zur Schule laufen - kein Problem, wenn es nicht so stark geregnet hätte und ich keine Ahnung hatte, wo genau durchlaufen. Die Gasteltern hatten nämlich gesagt: "oh, it's just a walk of five minutes...", ja klar, dass mal 3 haben sie einfach weggelassen. Meine Gastschwester ging übrigens nicht in dieselbe Schule und so musste ich mich allein durch den Regen in die Schule schlagen. Ich kam dann auch gut fünf Minuten zu spät, was allerdings nicht weiter schlimm war, da die Schlange vor dem Prüfungsraum sehr lang war. Die nächsten drei Stunden waren gefüllt mit einer Einstufungsprüfung (die im übrigen die exakt Gleiche war wie die in Hastings) und diversen Informationen. Da das Wetter zwar besser wurde, aber immer noch zu wünschen übrig liess, entfiel die Führung durch die Stadt und wir wurden mit googlemaps durch Brighton geführt. So machte ich mich um 12 Uhr auf, die Stadt alleine zu erkundigen. Ich kaufte mir einen Buspass und schlenderte zum ersten Mal durch die Lanes - und verliebte mich. Und zwar in einen supersüsses Cupcakeladen:

Quelle: http://www.whatoliviadid.com/2011/09/where-olivia-went-brighton.html
Quelle: http://www.brilliantbrighton.com/directory/angel-food-bakery-2/
Ein ausführlicher Bericht wird dazu später erfolgen - ich habe mich nämlich durch sämtliche Cafés in Brighton geschlagen... Nach einem wunderbaren Schokoladencupcake machte ich mich auf den Weg zurück in die Schule, da nun unsere Stundenpläne verteilt werden sollten.
Glücklicherweise konnte ich eine Morgenklasse besuchen, d.h. von 8.30 Uhr bis 12 Uhr und dann von 12.50 bis 14.10 Uhr. Andere waren nicht so glücklich, da sie von 14.30 bis 18 Uhr Unterricht hatten.

Da am Abend eine "Welcome party" für neue Schüler war - es waren etwa um die 60 - konnte ich nicht bei den Gasteltern essen - worüber ich nicht gerade unglücklich war.
Die "Welcome party" ist relativ schnell beschrieben. Dabei gelang mir auch ein Missgeschick: Ich hatte am Morgen ein paar Worte Schweitzerdeutsch gehört, wenigstens schien es mir so und so sprach ich die Gruppe Mädchen auf Schweizerdeutsch an - allerdings waren sie von Österreich bzw. Deutschland und schaute mich ziemlich fragend an, was ich den für eine komische Sprache spreche... Relativ früh machte ich mich wieder auf den Weg, da die Personen mit denen ich gesprochen hatte, alle unter 18 waren und so um 23 Uhr alle zuhause im Bettchen sein mussten.

Als ich bei meiner Gastfamilie ankam, waren diese zum Glück schon im Bett, allerdings fiel mir auf, dass die Türe zu ihrem Schlafzimmer, welches direkt mir gegenüber lag, halb offenstand. Offensichtlich wollten sie auch während der Nacht stets hören, was wir denn so tun. Mein Mitleid hielt sich demnach stark in Grenzen als ich meine Türe öffnete, diese laut quietsche und so das Schnarchen meines Gastvaters unterbrach...

Cheers
JJ










Dienstag, 16. September 2014

Umzug nach Brighton

Nun war es also soweit, der Umzug nach Brighton stand bevor. Obwohl ich mich sehr auf Brighton gefreut hatte, hatte ich doch ein etwas mulmiges Gefühl im Magen als ich mich am Sonntagmorgen von meiner Gastfamilie verabschieden musste. Die Familie war ausgesprochen nett gewesen, zwar manchmal etwas chaotisch und laut, aber das ist bei so vielen Familienmitgliedern höchstwahrscheinlich normal... Im Übrigen hatte es mir Spass gemacht, wieder einmal Hobbypsychologin zu spielen und der Gastmutter bei ihren Beziehungsproblemen zu helfen (mal davon abgesehen, dass sie mir sogar erzählte, wie genau ihre Kinder auf die Welt gekommen waren...).
Zudem, wenn man zwei Wochen in einem Ort wohnt, gewöhnt man sich doch schon etwas daran und man gewinnt einen gewissen Tagesrhythmus.

Nach einer herzlichen Verabschiedung am Bahnhof, stieg ich in den Zug nach Brighton und innerhalb einer Stunde kam ich an. Das erste Eindruck war durchaus positiv - der Bahnhof war im Vergleich zu Hastings riesig und natürlich wurde ich auch gleich von seagulls-Geschrei (Möwen) begrüsst. Die Schlange vor den Taxis war ziemlich lang und im Taxi sitzend musste ich meine Zieladresse etwa fünf mal sagen, da der Taxifahrer anscheinend schwerhörig zu schein schien.

Nach zehn Minuten kam ich vor meinem neuen "zuhause" an und der erste Eindruck war nicht gerade hervorragend. Es gab keine Klingel und das Haus wirkte heruntergekommen. Sofort öffnete sich die Tür und eine indische Frau stand vor mir. Man stellte sich einander vor und sogleich kamen auch ihr Ehemann und eine andere Gastschülerin dazu. Die Begrüssung mit dem Ehemann (ich nenne ihn jetzt mal shorty - er ist sehr klein) lief so von statten: "Hello Jana", handeschütteln, Blick auf meine Füsse "please put off your shoes - we are really hygienic - do you have slippers with you? Otherwise you will have to buy some tomorrow".

Nach dieser speziellen Vorstellung hiess es meinen Koffer in das Zimmer in den ersten Stock hochzutragen. Ein Kraftakt allein, aber mit zwei Personen durchaus machbar. Aber da der wunderschöne Perserteppich (hust) hätte kaputt gehen können (wie das auch immer möglich gewesen wäre), befahlen sie mir, meinen Koffer mitten im Gang auszupacken und alles einzeln hochzutragen. Dies wäre ja nicht schon unangenehm genug gewesen, nun wollte mir der Gastvater helfen - so grapschte er also in meinem Koffer herum und zog die Kleider heraus, in der natürlich auch Unterwäsche vorhanden war..."We have seen everything" gab er dabei nonstop von sich, aber ich dachte nur: aber ich will nicht, dass du ALLES von MIR siehst.

Anschliessend gingen wir in die Küche, in der die Regeln besprochen werden sollten. Die andere Gastschülerin - die im Übrigen auch aus der Schweiz stammte, aber aus dem französischen Teil - war gerade kurz vor mir angekommen und so wurden wir gemeinsam "gedrillt". Hier ein paar Auszüge aus den Regeln:
  • Kleider werden höchstens alle zwei Wochen gewaschen (alle Farben zusammen)
  • die Dusche darf nur benutzt werden, wenn die Gastfamilie zuhause ist (der Grund wird sich später zeigen)
  • die Haustür muss immer mit dem Schlüssel abgeschlossen werden, auch wenn schon jemand zuhause ist
  • wer etwas anderes als Wasser trinken möchte (z.B. Cola, Apfelsaft, Sirup usw.) muss es sich selber kaufen
  • ebenso gilt das für das Frühstück (im Angebot stand Toast und zwei Sorten Marmelade)
Nun ja, die Regeln waren zwar etwas speziell, aber am ersten Tag lächelt man einfach freundlich und nickt alles mehr oder weniger ab. Nun zeigte uns shorty die Umgebung: das Meer, welches etwa 15 Minuten zu Fuss vom Haus entfernt war und zahlreiche Pubs, Restaurants und Shops die alle die Quittierung "an unique place" erhielten.
Es war mittlerweile späterer Nachmittag und meine Gastschwester zeigte langsam Ermüdungserscheinungen. Ist ja auch verständlich, wenn man eine stressige Reise hinter sich hat und sich plötzlich in einer fremden Familie und in einer fremden Sprache wiederfindet. Der Gastvater hatte jedoch kaum Mitleid mit ihr, und sprach ständig davon, dass wir schneller gehen sollten - davon abgesehen, dass er ständig stehen blieb um uns irgendein ehemaliges Hotel zu zeigen o.ä. Kurz vor Schluss kamen wir noch bei einer Kirche vorbei, wobei er von uns verlangte, dass wir doch schnell beten gehen könnten - worauf ich mich aber dann doch sehr sträubte und nach einigem hin und her ging es dann weiter.
Die Bushaltestelle, die etwa drei Minuten vom Haus entfernt war, wurde kurz von ihm angeschnitten - genauere Informationen konnte er uns allerdings nicht geben. Dies versuchte nämlich die Gastmutter sobald wir im Haus angekommen waren, allerdings waren die Infos sehr lückenhaft und wiedersprachen sich ständig. Gott segne Google (also jetzt nicht wortwörtlich). Das Internet war auch so eine Sache; da wir beide unseren Familien und Freunden schnell per Whatsapp Bescheid geben wollten, brauchten wir natürlich die WLAN-Zugangsinfos. Die wurden uns aber erst nach ständigem Nachfragen gegeben und wie es mir schien, auch mit ziemlichen Missfallen. In meinem Zimmer sitzend, musste ich dann auch feststellen, dass der einzige Bereich mit genügend Verbindung in meinem Zimmer, direkt neben der Tür war. Sass ich also auf dem Bett, brach die Verbindung ab. Hätte ich nun ein grosses Zimmer gehabt, wäre das ja ok gewesen - die Grösse meines Zimmers beschränkte sich allerdings auf gute 6 Quadratmeter.
Das Zimmer war, um es kurz zu fassen; zweckmässig. Es gab ein Bett, einen Nachttisch, eine Lampe, einen Tisch mit Klappstuhl, einen kleinen Schrank mit Gesichtsspiegel und natürlich einen Perserteppich. Gratis dazu gab es noch ein Milchglasfenster in der Tür und einen riesen Spalt zwischen Türe und Fussboden. Ach ja, eine fantastische Aussicht gab es auch noch - direkt in das Zimmers des Nachbars...

Bett

Wie man nun unschwer erraten kann, war ich nicht gerade begeistert. Allerdings war es ja mein erster Tag und da blendet man viele Dinge noch etwas aus, bzw. beschönigt gewisse Dinge.

Das Abendessen war dann ganz in Ordnung. Das Problem war nur, dass sich der Gastvater ständig damit brüstete, wie gut er denn nun kochen könne: "ah, my food is the best - everybody loves my food - you will see, I'm the best chef in the world".

Nach dem Abendessen zog es mich und meine neue Gastschwester noch etwas ans Meer: 




Wer hätte gedacht, dass nach diesen schönen Bildern, das Wetter komplett umschlagen würde...

Cheers
JJ

Dienstag, 26. August 2014

letzter Tag in Hastings / Wandertour

An meinem letzten Tag in Hastings, einen Samstag, machte ich mich zum wandern bereit. Nicht genug, dass ich schon jeden Tag mindestens zwei Stunden in der Gegend rumlief, nun wollte ich sogar noch mehr laufen - yeah.
ej - was will'ste? 
Sonnenanbeter
Zuallererst machte ich mich zum Alexandra Park auf. Ich hatte bereits von Einigen gehört, dass dieser sehr schön sein soll und äusserst empfehlenswert sei. Als ich so gemütlich durch den Park lief, begegnete ich dem einen oder anderem Eichhörnchen, was natürlich auf diversen Bildern festgehalten werden musste. Der Park ist sehr schön und gemütlich - obwohl es Samstag war, verteilte sich die Menschenmenge gut und man konnte fast ungestört durch die Natur laufen. Störend dabei war nur, dass der Park zum grossen Teil von einer stark befahrenen Strasse umgeben ist, wodurch man teilweise den Eindruck gewinnen konnte, man sei eher an einer sehr schönen Autobahnraststätte.


Danach ging die Wanderung weiter Richtung Stadtzentrum, bzw. Meer. In Hastings gibt es zwei Hügel - einen West- und eine Osthügel (sehr originelle Namen). Auf dem Westhügel befindet sich ein Burg, bzw. eine Ruine, auf dem anderen eigentlich nichts ausser sehr viel Grün.
Da dass Wetter wie stets gut war, machte ich mich auf die Socken und bestieg zuallererst den Osthügel. Zugegeben; es war wunderschön. Es waren nicht sehr viele Menschen dort und ich konnte ungeniert ein paar Fotos und "Selfies" schiessen:


Hastings Altstadt inkl. Westhügel im Hintergrund



Wieder auf Meereshöhe angekommen, machte ich einen kurzen Zwischenstopp bei Marks & Spencer, DEM Supermarkt in England. Er ist zwar etwas teurer, die Sandwiches und das Trinken (Nicht-alkoholisch natürlich) sind fantastisch. 
Danach ging es auf den Osthügel und da fingen die Probleme an: ich fand den Weg auf den Hügel nicht. Schon auf dem Westhügel hatte ich Probleme gehabt, aber beim Osthügel war nichts ausgeschildert. Langsam verlor ich die Geduld und somit nahm ich die Bahn auf den Hügel, die zwar 2 Pfund kostete, aber man leistet sich ja sonst nichts (ausser jeden Tag Kaffee und Kuchen - hust). Wahrscheinlich war das extra, schliesslich wollen die Betreiber ja, dass die Menschen für die Bahn zahlen und nicht einfach hinauflaufen.

Nach einer kurzen Fahrt war ich oben angekommen und irgendwie war ich etwas enttäuscht. Verglichen mit dem anderen Hügel war hier sehr viel los, aber ausser der Ruine gab es nicht viel zu sehen. Als ich die Ruine betreten wollte, musste ich weitere 4 Pfund zahlen, konnte dafür aber gleich in einen winzigen Raum sitzen, in dem ein kurzer Film über die Geschichte dieser Burg erzählt wurde.

Für jene die es interessiert, ein kurzer Einblick in die Geschichte Hastings: diese Gegend wird oft das "1066-Land" genannt. Grund dafür ist, dass in eben diesem Jahr dort eine grosse Schlacht stattfand, die ein Wegweiser für die Geschichte Englands war. Harold II, derzeitiger König von England, kämpfte gegen William II aus der Normandie, wobei William schlussendlich siegreich aus der Schlacht hervorging. 1070 liess er sich zum König krönen und Französisch wurde zur Sprache der gehobenen Gesellschaft in England. Schliesslich liess er 1070 eine Burg aus Stein bei Hastings bauen, was sich aber eher als Flop herausstellen sollte. Zum einen wurde das Schloss immer wieder angegriffen und teilweise zerstört und da es so dumm (Entschuldigung) nahe an der Klippe gebaut wurde, fiel auch der eine oder andere Teil ins Meer. Auch während dem 2. Weltkrieg wurde die Burg arg in Mitleidenschaft gezogen, da Hastings immer wieder unter die Attacke der Deutschen geriet.

Em, wo war ich stehen geblieben - ach ja, Fotos:



Die Aussicht war zwar ganz hübsch, aber wirklich interessant fand ich de Burg auch wieder nicht - und zudem gab es keinerlei Infomaterial ausser dem kurzen Film. Mein Fazit: falls ihr in der Gegend seid, geht auf den Osthügel und spart euch die Tour (und das Geld) für diese Ruine.

Als ich wieder runtergefahren war, machte ich mich wieder auf den Weg nach Hause. Ich war ziemlich erschöpft und freute mich auf ein Bad. Ich hatte nämlich in Canterbury in Lush eine Badebombe gekauft und wollte die nun ausprobieren. Wer Lush kennt, der weiss, wie gut, aber sch... teuer die Produkte sind.

Meinen letzten Abend verbrachte ich mit packen und Fernseh schauen - ach ja, eine Packung englischer biscuits leistete mir dabei Gesellschaft...

Cheers

JJ



Montag, 25. August 2014

schönes Wetter = Badewetter

Die ersten zwei Wochen in Hastings waren nun bereits vorbei und besonders ereignisreich waren sie eigentlich nicht. Glücklicherweise war das Wetter hervorragend, und ich konnte mehrmals im Meer schwimmen gehen. Ich wäre vermutlich sogar jeden Tag gegangen, wenn mich nicht eine leichte Erkältung heimgesucht hätte (Danke an die völlig überklimatisierte englische Bahn). Gut, dafür konnte ich mich ja mit den englischen biscuits ablenken. Auf der Suche nach dem perfekten englischen Café, landete ich in der Altstadt von Hastings, die zwar sehr klein, aber ganz schnuckelig ist. Dabei entdeckte ich ein niedliches Café, vollgestellt mit Büchern und äusserst gemütlich. Da das Café ziemlich voll war, konnte ich nur heimlich ein paar Bilder machen: 








die coolste Toilette ever (sorry, geht nur quer) 
Nun ja, wer hätte das gedacht; schwimmen im englischen Kanal, wie ihn die Engländer ganz selbstbewusst nennen. Es war aber wunderbar, vor allem da in der zweiten Woche die Steine langsam verschwanden und der Strand immer sandiger wurde. Typisch englisch, holte ich mir auch einen kleinen Sonnenbrand, allerdings nur auf den Füssen und nicht sonderlich gravierend. 

s. abgebrannter pier

Vielleicht fragt man sich jetzt: "macht die alles allein?" Ja, eigentlich schon. Es war schwierig, in der Schule Freunde zu finden, da viele viel jünger (teilweise unter 16) waren und oftmals bereits in festen Klassen aus ihrem Land angereist waren. Aber ich hatte viele nette Leute in meiner Klasse und ich konnte mich mit ihnen gut unterhalten und zusammen lachen. Nachdem aber schon sehr früh klar war, dass ich nach Brighton umziehen werde, suchte ich auch gar nicht mehr grossartig nach Freundschaften, da ich diese sonst ja schon bald wieder hätte verlassen müssen.

Cheers

JJ

Samstag, 23. August 2014

Wicked musical

Nachdem das erste Wochenende in Hastings vorbei war, hiess es noch eine Woche in diesem stillen Örtchen zu verbringen. Da kam es wie gelegen, dass am Dienstagmorgen plötzlich einer der Schulanimateure im Klassenzimmer stand und ankündigte, man könne einen Musicaltrip nach London buchen. Da ich ein grosser Musicalfan bin, war für mich klar, dass ich diese Gelegenheit wahrnehmen wollte. Normalerweise sind diese Tickets nämlich sch.... teuer, vor allem die ganz guten Sitze.

So hiess es am Mittwochnachmittag auf nach London! Nachdem wir London Victoria verlassen hatten, durften wir uns für ein paar Stunden in London austoben, bis dann um 7.30 pm das Musical beginnen sollte.

Schnell hatte ich mich einem Schweizergrüppchen angeschlossen (ja ich weiss, dass ist eigentlich nicht der Sinn eines Sprachaufenthalts). Da es so warm war, entschlossen wir uns, etwas an der Themse entlang zu laufen und den Big Ben und das house of parliament zu begutachten:


Nach einem kurzen Abstecher zu Costa Coffee - der englischen Variante von Starbucks - mussten wir uns dann auch wieder etwas beeilen, um rechtzeitig zum Musical zu gelangen.
Vielleicht sollte ich mal erwähnen, was wir uns genau angesehen haben:
Wicked, ein Musical über die Geschichte des Zauberers von Oz, bzw. eine Vorgeschichte, die dann aber am Schluss wieder in der Zeit der Geschichte des Zauberers von Oz spielt - wie man sieht, relativ schwierig zu erklären. Grundsätzlich geht es aber darum, dass die böse Hexe eigentlich gar nicht so böse war, bzw. die beste Freundin der guten Hexe war usw.
Obwohl mich die Geschichte an sich nicht gerade umgehauen hat - teilweise fand ich es etwas zusammenhangslos - war ich schwer begeistert. Die Kostüme sind der absolute Hammer, die Musik fantastisch und von den Schauspielern und ihren Gesangskünsten muss ich gar nicht erst anfangen zu erzählen. Ein Muss für jeden Musicalfan, der Musicals nicht (nur) wegen der Storyline liebt.

Nach wirklich unterhaltsamen zwei Stunden hiess es zurück nach Hastings, und wer kam wieder zu spät zum Treffpunkt? Die Spanier- / Argentiniergruppe...Allerdings gab es wirklich schlimmeres, so konnte man nämlich etwas länger die tolle Atmosphäre und die fantastischen Lichter am Londoner West End begutachten.
Zwei Stunden mussten wir zurückfahren und obwohl es den ganzen Tag sehr warm war, sind die Züge in England komplett überklimatisiert. Es war gefühlte zehn Grad in diesem Zug und wir trugen alle unsere Sommerklamotten - dies wird noch ein Nachspiel haben...

Cheers

JJ

Donnerstag, 21. August 2014

Canterbury

An meinem ersten Samstag in Hastings habe ich mich auch gleich entschlossen, aus diesem Örtchen zu verschwinden und einen Trip nach Canterbury, organisiert von der Schule, zu buchen.
Canterbury ist etwas mehr als eine Stunde von Hastings entfernt und daher relativ angenehm per Zug zu erreichen.
So hiess es um 9 Uhr morgens Treffpunkt vor der Schule und zum ersten mal seitdem ich in England war, war es etwas bewölkt und auch etwas frisch. Nun hiess es warten - dass war ich ja mittlerweile gewohnt - da die einige aus der Argentinier-/ Spaniergruppe etwas spät dran waren.

In Canterbury angekommen fing es plötzlich an zu regnen! Glücklicherweise waren es dann aber mehr ein paar Tropfen als tatsächlicher Regen und nach fünf Minuten schien wieder die Sonne.

Zwei der Schulanimateure führten uns durch das charmante Städtchen, wobei wir an zwei Orten Halt machten und sie uns im Schnelldurchlauf etwas erzählten. Anschliessend ging es zum Höhepunkt dieser Führung, der Kathedrale von Canterbury. Falls jemand etwas über die Geschichte erfahren möchte, habe ich hier den Wikipediaartikel verlinkt: http://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale_von_Canterbury
Wer schon einmal etwas von Thomas Becket dem Erzbischof gehört hat, ist bei dieser Kathedrale am richtigen Ort. In dieser wurde er nämlich am 1170 von vier Rittern Heinrichs II ermordet (uuuuu).
Die Kathedrale ist sehr schön und eindrücklich, auch wenn ich sagen muss, dass ich Westminster Abbey bevorzuge. Glücklicherweise ist es aber erlaubt, Fotos zu schiessen, deswegen hier ein paar davon:







ach ja, dass bin übrigends ich...;-)

Eingang zum Innenhof vor der Kathedrale
Nach der Kathedrale schloss ich mich einem kleinen Grüppchen an und wir liefen etwas durch die Stadt um kauften die eine oder andere touristische "Reliquie". Glücklicherweise befand sich dort auch endlich ein Starbucks (wahrscheinlich denken jetzt alle ich bin Starbuckssüchtig) und zum ersten Mal probierte ich den Red Berry Frappucchino und verliebte mich umgehend.

Leider habe ich keine Bilder von der Stadt an sich, mir war nicht so ganz nach Fotos schiessen, aber ich kann die Stadt für einen Tagestrip wirklich weiterempfehlen. Sie hat ihren englischen Charme behalten, aber trotzdem viele Shops und moderne Einkaufsmöglichkeiten.

Kurz bevor wir uns alle wieder versammeln mussten, gingen wir nochmals kurz in ein Café um etwas zu trinken, denn für englische Verhältnisse war es an diesem Tag relativ schwül. Kurz darauf gesellten sich die zwei Animateure der Schule zu uns. Nun fingen die Beschwerden an: "ach, es ist soo warm!" 1 Minute später: "ach, es ist so heiss", 30 Sekunden später: "omg, ist das heiss!." Merke: egal welches Wetter in England ist - die Engländer beschweren sich immer.

Die Rückreise verlief ausgesprochen ereignisslos, wenn man davon absieht, dass die Spanier / Argentiniergruppe ununterbrochen sang oder in einer riesen Lautstärke sprach, dass wir dann sogar froh war, als wir wieder im ruhigen Hastings ankamen...

Cheers

Jana

Samstag, 16. August 2014

die erste Woche

Wie bereits mehrfach angesprochen verlief mein erster Tag nicht gerade nach Wunsch. Aber als ich am zweiten Tag aufwachte und mir die Sonne in das Gesicht schien und die Möwen anfingen zu schreien (ja da habe ich es immer noch genossen), ging es mir wieder besser und ich freute mich auf die Schule.

Die Schule fing um 9.15 an, was wiederum hiess, dass ich jeden Tag bis fast 8 Uhr schlafen konnte - im Vergleich zu der Schweiz ein Traum. Als ich um 9.10 das Schulzimmer betrat, war niemand dort und als es schliesslich 9.13 war, begann ich mich langsam zu fragen, ob ich vielleicht falsch war. Aber da kam plötzlich jemand rein - ein älterer Herr in Birkenstocksandalen und begrüsse mit euphorisch. Peter - so war sein Name - war also unser Lehrer. Und nun kamen auch die ersten Schüler langsam in das Schulzimmer geschlichen. Insgesamt waren wir etwa 16 Schüler.

Die nächsten drei Stunden waren doch sehr unterhaltsam. Der Unterricht kann bei weitem nicht mit dem Unterricht in der Schweiz verglichen werden, gut vielleicht hing es ja auch mit dem Lehrer zusammen. Anstatt mit uns durch das Buch zu gehen, schweifte er immer wieder ab und erzählte uns Geschichte über sein Haus in Spanien, wobei dann einige der Argentinier in der Klasse ihm ins Wort fielen um wiederum Geschichten über dieses und jenes zu erzählen. Kurzum: recht unterhaltsam und viele Informationen über andere Länder und Kulturen.
Als Schweizerin bin ich es mir gewohnt, um etwa 12 Uhr Mittag zu essen, in englischen Schulen funktioniert das aber etwas anders. Die Kantine begann um 11.30 mit kochen und da unser Schulzimmer direkt über der Kantine war, kann man sich vorstellen, wie hungrig ich mich fühlte. Allerdings mussten wir bis um 12.50 (!) warten, bis wir endlich etwas zu Essen fassen konnten. In der Kantine angekommen, hatte ich aber einen kleinen Schock: darf ich präsentieren, das zusammengefasste Menü (chips = Pommes Frites):

- chips and fish                                    - single chips
- chips and burger                                - chips and chicken nuggets
- lasagne and chips                              - spaghetti bolognese

Im übrigen hätte man anstatt chips auch Salat bekommen können - allerdings ohne eine Tropfen Salatsauce - eine Tatsache, die mir noch weiterhin begegnen wird...

Nach dem ungeheuer gesungen Mittagessen, hiess es nochmals zwei Stunden Schule und um 15.10 begann ich meinen walk in die Stadt. Dort angekommen, ging ich zuerst einmal wieder in ein Café um mich weiterhin mit ungesunden englischen biscuits vollzuhauen.

Dieser Rhythmus hielt etwa die ganze Woche stand - das Wetter war stets wunderschön und es war nicht zu kalt aber auch nicht zu warm.

Am Mittwoch kam ich dann aber langsam ins Grübeln; sollten so sieben Wochen meines Lebens aussehen? Und was sollte ich machen, wenn das Wetter mal schlecht war? Was war, wenn ich am Abend mal in den Ausgang wollte, musste ich dann jedes mal eine Stunde mitten in der Nacht nach Hause laufen?

Ein Punkt der mir schwer auf dem Magen lag, war die Tatsache, dass es zwar relativ viele Schüler in der Schule gab, allerdings waren fast nur Gruppen dort, d.h. ganze Klassen aus einem ganzen Land. Zudem waren viele von denen 15 / 16 Jahre alt und man kann sich ja vorstellen, wie sich eine Horde Pubertierende in einem fremden Land in den Ferien verhalten. So war es nicht einfach, neue Freunde zu finden. Ich bin nicht jemand, der sofort auf neue Leute zugeht und mit ihnen eine zweistündige Konversation aufrechterhalten kann. Zudem bin ich ja schon 20 (ja ich weiss, ich bin alt...;-)) und da in England die Ausweiskontrolle für Pubs sehr strikt sind, konnte ich auch niemals mit jemanden unter 18 einen Pub oder ähnliches besuchen.

Die Gastfamilie war zwar sehr nett und das Haus war super sauber, aber irgendwie fühlte ich mich nicht am richtigen Platz. Ich liebte England, aber mir wurde bewusst, dass so mittlerweile doch einige Faktoren gegen Hastings sprachen. Ein weiterer Punkt war nämlich, dass, obwohl ich in ein Advanced Level (C1-Level) eingestuft wurde, zusammen mit Upper Intermediate (B2-Level) in einer Klasse sein musste, da sie nicht genug Lehrer oder was auch immer hatten. Demnach hatte ich nicht die Möglichkeit, mein Englisch so stark zu verbessern, wie ich es gerne gewollt hätte...

Lange Story, kurzes Ende: ich entschied mich nach Brighton zu wechseln. Warum ich nicht schon von Anfang an nach Brighton gegangen war? Ich hatte schon einiges über Brighton gehört, unter anderem das es dort im Sommer komplett von Sprachschülern überfüllt sei und auch dass es eine ziemliche Partyhochburg für Sprachschüler sei. Ich wollte aber das "richtige England" kennen lernen und hatte das Gefühl, in Hastings sei das mehr gegeben. Na gut, vielleicht kann man sagen, dass Hastings auch wirklich das richtige England war und dass das andere nur Tourismus und Tamtam ist.

Ich schrieb also meiner Betreuungsperson ein E-Mail. Obwohl es ja etwas eilte, erhielt ich keine Antwort und musste telefonieren (Oh Gott ein Telefongespräch in Englisch...). Mir wurde dann aber mitgeteilt, dass ein Wechsel ohne Probleme möglich sei, ich allerdings etwas draufzahlen müsse, da die Preise in Brighton höher seien.
Nun stand also fest, dass ich nach der zweiten Woche in Hastings nach Brighton wechseln konnte. Und bekanntlich, sobald man ein Ende vor Augen hat, geniesst man das Leben an einem bestimmten Ort eher, was nun auch auf die Zeit in Hastings zutraff...

to be continued

Cheers

Jana